Palermo, Italien

Ich bin auf Sizilien.

Nach 5.700km bin ich in Palermo angekommen. Nach meiner Abfahrt in Rom habe ich eine Nacht am Vesuv verbracht, dem einzigen aktiven Vulkan in Italien. Als die Kassen und Toren öffneten war ich schon wieder auf dem Rückweg von meinem morgendlichen Spaziergang um den Kraterrand. Die Aktivität hält sich allerdings in Grenzen und außer ein wenig Rauch ist nichts zu sehen. Ein Ausbruch wäre wahrscheinlich auch verheerend, immerhin leben fast 750.000 Menschen im Umkreis des Vulkans.

In Neapel wurde dann endlich so gefahren wie ich es von Italienern erwartet habe. Totales Chaos. Jeder fährt wann er will, wo er will und parkt wie er will. Daran dass an den Stoppschildern und Zebrastreifen niemand anhält habe ich mich ja inzwischen gewöhnt aber hier scheinen auch die Ampeln für nichts besseres gut zu sein als buntes Licht zu machen. Alle paar Minuten gibt es irgendwo einen Unfall was aber Niemanden aus der Ruhe zu bringen scheint. Ein Auffahrunfall ist kein Grund auszusteigen. Endlich gehört mein Corsa mal zu den moderneren Fahrzeugen, zu den funktionstüchtigsten ohnehin, immerhin funktionieren bei mir alle Lampen was man von den meisten Verkehrsteilnehmern nicht behaupten kann. Blinker scheinen in italienische Autos gar nicht erst eingebaut worden zu sein, dafür sind aber viele Hupen in Dauerbenutzung. Ich dachte der Verkehr in Bangkok ist chaotisch aber Neapel toppt es bei Weitem. Zwischen all den Chaoten bewegen sich tausende von Mofas und Roller über die schlechtesten Straßen die ich seit langem gesehen habe. Es wäre alles nicht so schlimm wenn die Italiener wüssten wie man Auto fährt. Es ist eigentlich kaum zu glauben dass eine Nation die Ferrari und Lamborghini baut zu den schlechtesten Autofahrern der Welt gehört.

Bei meiner Ankunft in Palermo haben erstaunlich viele Männer mit langen schwarzen Mänteln und Sonnenbrillen ihre neuen Fiat 500 beladen und nachdem ich die Mafia jetzt aus der Stadt gejagt habe wird es zeit für mich weiter zu ziehen. Morgen früh nehme ich die Autofähre nach Tunesien. Mein nächster Blogeintrag kommt dann also aus Afrika.