Dublin, Irland

Es ist soweit, ich habe die ersten 1000 Km hinter mich gebracht. Inzwischen sogar recht deutlich. In Newport, Wales erschien plötzlich die Zahl 1000,00.   Nach meiner Abfahrt aus London vor einer Woche habe ich die meisten Nächte im Zelt verbracht. Die Nächte sind kalt. Immer unter 0°C. Auf den Aussenplanen liegt eine dünne Eisschicht und auch die Zeltinnenseite ist von kleinen, gefrorenen Wassertropfen übersäht. Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt alles mit Handschuhen zu erledigen. Zeltauf- und Abbau, Kochen, Lesen, und sogar Zähneputzen funktioniert ganz gut. Im Schlafsack ist es selbst bei den eisigen Temperaturen angenehm warm.   Eine willkommene Abwechslung zum Campen habe ich in Bath/ England erfahren. Eine Stadt, die u.A. als Ausgangspunkt für Tagesausflüge zu den berühmten, mystischen Steinen von Stonehenge gilt. Ich habe die Herberge genutzt, nachdem ich tagsüber die Steinkreise besichtigt hatte.   Ein weiteres Highlight, neben der Brückenüberquerung von England nach Wales, war der Besuch in der ‚Provinzhauptstadt‘ Cardiff. Hier ist es gelungen den Bogen zur Moderne zu spannen, ohne dass die Tradition darunter gelitten hat. Nur ein Beispiel dafür ist die Einkaufsstrasse, die ihren Abschluss an den Mauern einer ehrwürdige Burg findet.   Durch schlechtes Kartenmaterial hatte ich in den nachfolgenden Tagen etwas Probleme die Orientierung zu behalten, bis ich es schließlich doch nach Pembroke geschafft habe, dem Terminal für Irlandfähren.   Die Nachtfähre entließ mich nach knapp fünf Stunden fahrt in den frühen Morgenstunden auf irischem Boden. Nach nur ein paar Stunden schlaf machte ich mich daran, die 150 Kilometer bis in die Hauptstadt Dublin zu bewältigen. Bei meiner Mittagspause um 11 Uhr hatte ich bereits 60 Km erradelt und am späten Nachmittag erreichte ich die Vororte von Dublin. Kurze Zeit später stieg ich mit 160 Kilometern in den Beinen vom Rad.   In den folgenden Tagen wird mein Rad die Zuwendung erfahren die es verdient. [express-image id=’728′ size=’full‘ align=’none‘ link=’file’/]

Materialstatus

Nach über 650 Km ist es Zeit sich einen ersten Überblick über das Material zu verschaffen.   Erfreulicherweise lässt sich sagen dass mein Fahrrad gut läuft. Die Rohloff Nabe schaltet einwandfrei und es ist sehr angenehm die Gänge im Stand wechseln zu können. Der extrawheel Anhänger läuft wie erwartet ohne ein Problem zu machen. Ich hatte noch keinen platten Reifen und die Taschen halten natürlich auch beim größten Schlammwetter dicht.   Nun zum unerfreulichen Teil. Die obere Schicht meines Sattels hat sich im vorderen Teil abgelöst und das Gel lag frei. Ich habe es zwar mit Gaffa Band geklebt, trotzdem ist dieser Zustand nach so kurzer Zeit äußerst inakzeptabel. An meinen Winter- Fahrradhandschuhen ist eine Naht geplatzt. jetzt ist das Innenfutter am kleinen Finger ungeschützt. Auch das darf nicht so schnell passieren.

London, Großbritannien

Ich habe die Strecke Lille- Calais an einem Tag zurück gelegt. Die 120 Kilometer waren eine wahre Freude weil an diesem Tag einfach alles gestimmt hat. Die Sonne schien, Wind war kaum zu spüren und die Strasse war flach und schön zu fahren.

Meine Fähre hatte ich auf den nächsten Tag gebucht. Die Nacht verbrachte ich also in bester Pennermanier vor der Wartenhallentür auf dem Boden.

Auf dem Weg nach London habe ich in „Canterbury“ Station gemacht. Die Stadt und besonders die Jugendherberge kann ich nur empfehlen. Wenn ihr in der Gegend seit müsst ihr euch die beeindruckende Kathedrale ansehen.

Meine 120 Km Anfahrt nach London war dagegen eher unentspannt. Bei einer komplizierten Streckenführung die immer wieder auf dem Seitenstreifen einer vierspurigen, autobahnähnlichen Strasse endete und diversen Kleinigkeiten war ich schon sehr froh als ich um 16 Uhr auf der „Tower Bridge“ stand.

An einem Samstagabend ein freies Bett in London zu finden stellte sich als äußerst schwierig heraus. Um 22.30 Uhr war auch das geschafft, nachdem ich mich bereits auf eine weitere Nacht auf der Strasse eingestellt hatte.

Die Nacht war ganz O.K., auch wenn ich mich eher wieder wie in Asien gefühlt habe als in der größten Metropole Europas. Die Internationale Jugendherberge im Hollandpark/ London besteht zum größten Teil aus Schlafsälen. Wie es in einem 20 Mann Saal voller Rucksackreisender aussieht und riecht könnt ihr euch ja einmal versuchen vorzustellen.

Ein reichhaltiges Frühstück hat aber entschädigt. Den heutigen Tag habe ich mit Sightseeing verbracht.

Am Dienstag, 12.02. geht es weiter. Nächste Station: Stonehenge

Lille, Frankreich

Wenn ich irgendwann einmal ein Buch schreiben werde, wird es wohl so anfangen:

Es ist acht Uhr morgens, die Sonne steigt feuerrot über die ersten Bergwipfel empor, das Fahrrad ist bepackt und ich Rolle schon seit einer Stunde über eine breite Strasse Richtung Osten. Das ist wohl das normale Bild das man mit einer solchen Tour verbindet…

… es hat die ganze Nacht geregnet. Der heftige Sturm hat mich um sechs Uhr aus dem Schlaf gerissen. Der Himmel war, soweit es zu erkennen war, verhangen und grau. Bis alle Taschen verstaut waren, waren meine Sachen bereits durchnässt.

Der Gegenwind peitschte mir den Regen ins Gesicht. Selbst auf den bergab Passagen musste ich kräftig in die Pedalen treten um nicht stehen zu bleiben. Der immer wieder plötzlich auftretenden Seitenwind drückte mich ein ums andere Mal in den unbefestigten Seitenstreifen. Der Berg, den ich seit, so fühlte ich jedenfalls, einer Stunde zu bezwingen versuchte, schien noch ein Stück höher und etwas steiler als der, den ich gerade hinter mir gelassen hatte. Die Kilometerangaben hatten sich auf dem letzen Stück lediglich hinter dem Komma geändert. Die icht auf windfreie Waldstücke wurde von der Gischt vorbeisausender LKW vertrieben.

An diesem Tag fuhr ich 70 Kilometer von Blaken in Belgien bis nach Lille auf französischem Boden.

Am Abend, es wurde schon langsam dunkel, kam das Glück dann doch noch. Am Bahnhof traf ich zufällig einen Franzosen der gerade aus Paris angereist war. Nachdem wir erfahren hatten dass die Jugendherberge geschlossen ist, hat er mich kurzerhand in seine WG eingeladen. Jetzt sitzen wir am Wohnzimmertisch und warten aufs Abendessen.

Bis nach Calais sind es noch 120 Kilometer. Morgen werde ich das wohl nicht schaffen. Die nächsten Nachrichten gibt es dann von der Insel.

Der erste Eintrag

Es ist soweit. Der erste Eintrag ziert meinen Blog. Ich habe heute mit den netten Leuten bei Radfieber geredet. Mein Fahrrad ist fertig und bereits auf dem Weg von Leipzig nach Köln. Am Dienstag werde ich es wohl in Empfang nehmen können.

Ich werde es also doch schaffen vor Karneval aus Köln zu verschwinden.

Ich habe heute die letzen Vorbereitungen getroffen, habe Geld getauscht (engl. Pfund) und die letzten Kleinigkeiten gekauft.

Jetzt kann es wirklich los gehen.