Usbekistan

Ich bin mit meinen Blog Einträgen etwas hinterher aber es war in den letzten Wochen nicht so ganz einfach an funktionierendes Internet zu kommen.

Die Einreise nach Usbekistan war schnell und unkompliziert. Ich hatte ein paar seltsame Geschichten über diese Grenze gehört.
Durch einige Internet Foren geisterte eine 15 Seitige Liste mit verbotenem Zeug.
Einige Medikamente dürfen nicht eingeführt werden, nicht mehr als fünf Glasaugen über die Grenze gebracht werden und so ziemlich alles muss angemeldet werden.
Laptop und USB Sticks werden kontrolliert und Fotos von Regierungsgebäuden und Männern mit Bart werden rigoros gelöscht. Jede Art von Pornographie, sogar Modezeitschriften werden konfisziert.
Wahrscheinlich ahnt ihr es schon aber ich sage es trotzdem nochmal, nach dem Einreisestempel wurde ich natürlich direkt durchgewunken. Kein Test auf Glasaugen oder Medikamente, keine Diastunde mit meinen Fotos und natürlich blieb auch der Hundepass ungesehen.

Stattdessen wurde ich freundlich mit „Heil Hitler“ begrüßt. Es passiert immer wieder und ich habe mich inzwischen schon daran gewöhnt dass die Beamten sich freuen ein paar Worte deutsch sprechen zu können. Meistens lächele ich kommentarlos zurück.

Die meisten Autos in Usbekistan fahren mit Gas. Auch Busse und LKWS sind auf Gas umgerüstet. Die alten russischen Lkws fahren mit schlechtem, oftmals gepanschtem Benzin oder noch schlechterem Diesel. Auch die importierten europäischen Trucks fahren mit Diesel was man vorallem an den immensen Abgaswolken sehen kann.
Super Benzin ist nur in den großen Städten zu finden und ist mit fast einem US Dollar pro Liter doppelt so teuer wie in den Nachbarstaaten also habe ich seit der Grenze Normalbenzin getankt.

In letzter Zeit gab es einige Veränderungen für Touristen wie z.B. online Visa und die Lockerung der Registrierungspflicht was das Reisen erheblich vereinfacht. Seit 2017 dürfen Touristen zudem die lokale Währung ‚Som‘ benutzen, vorher ausschließlich US Dollar.

Das Rumreisen war einfach und auch das übernachten im Auto war kein Problem.

Usbekistan war ein zentraler Teil der Seidenstraße und ist somit Anziehungspunkt für Touristen aus der ganzen Welt. 

Die touristische Infrastruktur in den Städten ist gut entwickelt und Bustouren verkehren zwischen allen großen Sehenswürdigkeiten.

Auch wenn sich das Land zunehmend als offen und sozial zeigt sollte man nicht vergessen dass Usbekistan an alten sowietischen Regeln festhält.

Usbekistan bleibt, mit seiner Grenze zu Afghanistan ein wichtiger strategischer Partner im „Kampf gegen den Terror“.
Sowohl die USA als auch die NATO unterhalten mehrere Militärstützpunkte auf usbekischem Staatsgebiet und bei dem großen Militärabzug aus Afghanistan 2014 wurden viele hundert Millionen Dollar für den Transit von tausenden Tonnen militärischem Equipment bezahlt.

Um 6uhr heute morgen habe ich kurz Vesuvio raus gelassen und bin wieder eingeschlafen.
20 Minuten später wurde ich von lautem Lachen geweckt.
Neben meinem Auto saßen zwei alte Männer auf dem staubigen Boden und haben mit dem Hund gespielt.

Hier mit Hund unterwegs zu sein ist so viel einfacher als ich dachte. Ves bringt unterwegs viele Menschen zum Lachen und ich bekomme dann immer Tee und Kekse. Wir sind ein super Team..

Camping an/in einem alten Sowiet Damm.

Die erste Staustufe wurde halb fertig gebaut und dann aufgegeben.

Ein perfekter Platz für die erste Nacht in Usbekistan.

Muynoq war noch vor 40 Jahren ein bedeutender Fischereihafen am Aralsee.
Heute liegen die verrosteten Kutter auf dem ehemaligen Meeresboden. Das Wasser ist über 200km entfernt. Eine Folge von intensiver Landwirtschaft.

Pamir Highway – Almaty, Bishkek, Dushanbe

Mein letzter Eintrag aus Almaty ist schon wieder eine Weile her.

Ich habe den Opel Motor einmal komplett überholen lassen und nach einer anfänglichen Enttäuschung fährt er nach der zweiten Reparatur ganz gut.

Ich habe jetzt auch endlich ein Dachfenster im Auto. Es ist schon lustig wie schnell sowas gehen kann wenn sich die richtigen Leute damit beschäftigen. Der Einbau des Dachfensters hat nur eine Stunde gedauert.

Der Motor wird einmal komplett durchgecheckt
Am Dach kommt die große Säge zum Einsatz
… das Ergebnis

Die Einreise nach Kirgistan war gar kein Problem und schon in den ersten Tagen habe ich mehr Touristen getroffen als in den letzten zwei Monaten zusammen.

Vorallem Fahrradfahrer und Wohnmobile. In Bischkek habe ich dann endlich alle Visa für die nächste Zeit bekommen. Der Weg in den Iran ist also frei.

auf dem Weg ins Pamir Gebirge

Schon auf der ersten Passstraße habe ich gemerkt dass der Wagen über 3000m nicht mehr ganz so zuverlässig arbeitet. Beste Voraussetzungen für den Pamir Highway mit einigen Bergpässen über 4000m.
Die Hänge waren schon mit dem ersten Schnee bedeckt. Eigentlich wollte ich dem Winter ja entkommen und jetzt hat er mich doch voll erwischt. Große Schafherden waren auf dem Weg von den Berghängen ins Tal. Tausende Schafe haben meine Fahrt ein wenig verlangsamt.

Die Aussicht auf dem Pass war der Wahnsinn. Die Grenze nach Tadschikistan liegt auf über 4200m Höhe.
Plötzlich wollte der Grenzbeamte meine russischen Zollpapiere sehen um die sich bei der Ausreise aus Russland niemand gekümmert hat? Ich wollte es eigentlich wegwerfen, habe es aber dann doch als Andenken abgeheftet. Da habe ich wohl Glück gehabt.
Warum jetzt gerade da ein russischen Dokument eingesammelt wird habe ich nicht verstanden.
Dann musste ich noch eine Ökoabgabe von 10 US Dollar an die usbekische Regierung entrichten. Wahrscheinlich gibt es diese Gebühr wirklich aber irgendwie hat mich auch die Tafel mit den aufgeschlüsselt Tarifen für Pkw,LKW und Motorrad nicht wirklich überzeugt. Man weiß hier nie in welche Tasche das Geld wirklich wandert. Immerhin habe ich eine Quittung bekommen.

eine Karte des Pamir Straßen Netzwerkes von meinem Instagramprofil @markus_schorn

Link zu Instagram https://www.instagram.com/markus_schorn/

Im Niemandsland zwischen zwei Grenzkontrollstellen ist die Straße erfahrungsgemäß schlecht. Es kümmert sich einfach Niemand darum. Diesmal war es die schlechteste „Straße“ die ich jemals gesehen habe, wirklich.

Passagen mit blanken Felsen, kleinen Bachläufen, sehr grobkörnigem Schotter und jeder Menge Schlamm. An einigen Stellen habe ich schon das Ende der Reise gesehen aber irgendwie habe ich es geschafft.
Der tadschikische Grenzposten war nicht viel mehr als ein paar Container und einige schiefe Bretterbuden.
Im Winter sind Temperaturen von minus vierzig Grad hier völlig normal.

Ich konnte es nicht glauben aber diesmal wurde wirklich der Hundepass kontrolliert. Dass die nötigen Stempel fehlen ist natürlich nicht aufgefallen, es sind ja genug andere da. Auf einer der hinteren Doppelseite habe ich für Ves bei der letzten Reise einige Länderstempel gesammelt. Jetzt gibt es auch einen Stempel von Tadschikistan.

Auch nach der Grenze ging es wegen Schlaglöchern und Spurrillen nur in Schrittgeschwindigkeit voran. Für die ersten dreißig Kilometer in Tadschikistan habe ich über eine Stunde gebraucht.

Der Grenzzaun zwischen Tadschikistan und China
Afghanistan ist so nah
Erste Nacht in Tadschikistan – Lake Karakul

Der Grenzfluss im Wakhan Tal ist keine 10m breit. Am anderen Ufer liegt Afghanistan. Im Winter ist der Fluss zugefroren und man könnte einfach rüber laufen.
Die Brücken nach Afghanistan sind schwersten bewacht.

Ich habe an einem alten Tankwagen überteuertes Benzin mit minderwertiger Qualität erstanden. Es gibt nur nicht viel Auswahl, Diesel gibt es gar nicht. An der Ecke stand ein älterer Herr der gerne mitgenommen werden wollte. Ich habe nicht verstanden wo er hin will aber da es hier nur eine Straße gibt war es nicht schwer zu erraten dass sein Zielort wohl irgendwann einmal auf meiner Strecke liegen wird. Er hatte keine Angst vor dem Hund und so habe ich ihm kurzerhand den Beifahrersitz frei geräumt.
Was ich nicht wusste, der gute Mann hatte gute Freunde die auch alle mitfahren wollten. Ich hatte also kurze Zeit später fünf Mitfahrer.
Eine Stunde sind wir durch die Gegend gehoppelt. In dieser Gegend ist es durchaus normal am Ende für seine Fahrt zu bezahlen. Ich habe die 1,50€ höflich abgelehnt und wurde daraufhin spontan zur Übernachtung in einem vollausgestatteten Gästehaus eingeladen, Abendessen mit Familienanschluss inklusive. 
Die Kommunikation war etwas kompliziert aber ein paar Fotos auf dem Laptop und die Weltkarte auf dem Tisch haben für einen interessanten Abend gereicht.

Die weitere Straße war furchtbar. Noch nie habe ich eine so schlechte Straße über eine Distanz von mehreren hundert Kilometern gesehen.
Eins von den Millionen Schlaglöchern war etwas tiefer als die anderen. Es war ein kurzer Knall bevor ich das Auto mit einem platten Reifen und einer gebrochenen Feder abstellen musste.
Der Zweite Platte innerhalb von vier Tagen.
Zum Glück war es nicht besonders weit zu einer kleinen Reifenwerkstatt und ich konnte eine schnelle Mitfahrgelegenheit ergattern.
Kurz darauf saß ich mit fünf Kfz Experten in einen Toyota auf dem Weg zurück zu meinem Auto. Mit einem 19er Schraubenschlüssel ging es ans Werk. Der Stoßdämpfer war schnell ausgebaut, natürlich mitten auf der Straße.
Die Feder war wirklich an zwei Stellen gebrochen und einer der Jungs hat wirklich ein passendes Ersatzteil gefunden. Der Chefmechaniker hat die Feder unter dem Auto verkeilt und dann den Wagenheber langsam runter gekurbelt bis das Gewicht des Autos die Feder zusammengedrückt hatte. Fixiert mit zwei Drähten die er irgendwo gefunden hat, hat er den Stoßdämpfer wieder eingebaut, ohne Werkzeug.

Dann war erstmal Mittagessen. Natürlich war ich eingeladen.

Es ist ein wenig wie ein Wunder aber ich habe es wirklich nach Dushanbe geschafft.

Das Resultat des Pamir Highways:
Eine gebrochene Feder, ein geplatzter Reifen, ein verbeulter Kotflügel und gebrochener Frontscheinwerfer. Der Kühler tropft und der Motor verliert wieder Öl.
Zusätzlich hat es ein Porzellanteller nicht überstanden (entschuldigung Mama). Ich brauche neue Reifen und neue Bremsen.

… und dann geht es weiter.

Ves ist natürlich überall der Star
Es sind so viele andere ‚Overlander‘ unterwegs

Im Hostel in Dushanbe treffen sich alle wieder

Durch Kasachstan bis nach Almaty

Kasachstan ist vor Allem eins, RIESIG.

Ich bin in der letzten Woche über endlose Steppen gerast. Viel zu sehen gab es nicht, jedenfalls kein Sightseeing Programm.
Natürlich hat die Wüste ihre eigene Schönheit und ich genieße jede Nacht in absoluter Ruhe unter Millionen Sternen.
Ich habe gemerkt dass ich unbedingt ein großes Dachfenster im Auto brauche.

Es geht noch ein Stück geradeaus

Das erste Highlight nach ein paar tausend Kilometern war der Aralsee, einst einer der größten Seen der Erde.
Im Erdkundeunterricht bei Frau Schmöle haben wir mal darüber geredet, das ist inzwischen über zwanzig Jahre her. Wahnsinn wie die Zeit vergeht (ich dachte nicht dass ich irgendwann einmal sowas sagen würde).
Seit dieser Erdkundestunde wollte ich zum Aralsee aber ich dachte immer er sei in Ägypten 🙂

Auf jeden Fall wurde dem Aralsee durch intensive Landwirtschaft buchstäblich die Wasserzufuhr abgegraben und er ist über einige Jahrzehnte auf ein Minimum ausgetrocknet.
Die Fischerdörfer in Ufernähe liegen heute mitten in der Wüste.

Eingang zum Wassersportparadies „Aralsee“
Unterwegs auf dem Grund des Aralsees

Das zweite Highlight war der Weltraumbahnhof von Baykonur. Eine Tour des Baykonur Cosmodrome muss man zwei Monate vorher anmelden, da wusste ich noch nicht mal dass ich in diese Richtung fahre, also viel die Tour leider aus.

Baykonur Cosmodrome

Russland hat schon seit 1960 Raketen für sein Space Programm aus Baykonur abheben lassen.
Als sich dann die UDSSR 1991 aufgelöst hat hatte Kasachstan plötzlich einen Weltraumbahnhof ohne eigene Astronauten.
Was also tun … sie haben die Abschussrampe bis 2050 vermietet und an wen? Natürlich an die Russen.
Auch die NASA und die ESA starten ihre bemannten Missionen aus Kasachstan.

Noch ein fun fact: Die kleine Militärbasis mit der großen Abschussrampe hieß eigentlich Leninsk aber weil sich das kein Ausländer merken konnte und Baykonur die nächste Stadt ist (immerhin 300 km entfernt) wurde die Station umbenannt und jetzt heißt Alles gleich.

Übrigens, falls jemand vor hat als Weltraumtourist Urlaub zu machen, auch diese Flüge starten aus Kasachstan.

Hier ein buchungslink, der Flug kostet etwa 80.000€

Was ich nicht wusste, und auch in meinem schicken Reiseführer nirgendwo geschrieben steht, selbst für die Stadt Baykonur braucht man eine Sondererlaubnis weil es als militärisches Sperrgebiet eingestuft wird.
Es gab etwas Verwirrung als ich mit meinem Reisepass vor der großen Kontrolle aufgetaucht bin.

Einfahrtskontrolle nach Baykonur

Almaty ist die größte kasachische Stadt und finanzielles und kulturelles Zentrum. Es wird also nicht langweilig werden und ich kann ein paar Tage Pause (und eine heiße Dusche) wirklich gebrauchen.

Ich muss mir jetzt also wirklich mal Gedanken über den weiteren Weg machen. Alle wichtigen Botschaften sind in der Stadt und weil es ja ohne Visum nicht weiter gehen wird werde ich einen Visa-Beantragetag einlegen.
Meine Strecke ist also ab jetzt durch Ein- und Ausreisedaten etwas festgelegt.

Kirgisistan (Visafrei)- Tajikistan inkl. Pamir Region (online Visum)- Usbekistan (online Visum) Turkmenistan (Transit Visa)- Iran (Refenznummer+Visum).
Danach schauen wir mal.

Die Aufgabe bis zum nächsten Blog:
Wie viele Länder waren Teil der UDSSR und sind heute eigenständig.

Ach ja, hier ist noch die Auflösung vom letzten Blogeintrag
Die größten Länder der Erde:

1. Russland
2. Kanada
3. USA
4. China
5. Brasilien
6. Australien
7. Indien
8. Argentinien
9. Kasachstan
10. Algerien

Von Russland nach Kasachstan

Ich stehe kurz vor der Grenze zu Kasachstan in einer Region die bis zum zweiten Weltkrieg von Russlanddeutschen bewohnt wurde.
Viel ist davon aber heute nicht mehr zu merken.

Wenn ich morgen um diese Zeit über die Grenze fahre werden sich ein paar Kleinigkeiten ändern.
Zum ersten funktioniert mein Navi nicht mehr und ich kann mich ab jetzt auf die genaue Navigation mit meiner Weltkarte verlassen.
Zweitens funktioniert ab der Grenze auch der ADAC Rettungsschirm nicht mehr. Im europäischen Teil Russlands hätte mich noch eim alter Abschleppwagen abgeholt.
Ehrlich gesagt hätte ich das schon gerne ausprobiert.
Das Wichtigste ist aber der dritte Punkt. Ab morgen kann ich nicht einfach so nach Hause fahren. Ohne ein neues Visum werden ich nicht sehr weit kommen.
So langsam wird mir klar dass dieser kleine Ausflug doch etwas länger dauern könnte.
Es ist dann jetzt wohl mal an der Zeit mir Gedanken zu machen wo ich eigentlich hin will.
Für den Iran habe ich ja bereits das gültige Durchfahrtscarnet, vielleicht werde ich es ja brauchen.

Ich glaube nicht dass sich morgen sehr viel verändern wird. Ich werde immernoch auf staubiger Steppe stehen, der Verkehr wird genau so chaotisch sein wie jetzt und dass die Straßen besser werden glaube ich schon gar nicht … Aber ich lasse mich gerne überraschen.

Da wir gerade vom Auto sprechen, es gab noch keine Probleme und außer ein paar Kleinigkeiten keine tourbeeinflussenden Schäden.

Wenn ich bedenke dass ich die Artikel über den russischen Straßenverkehr, die Polizei und Korruption über Überfälle und die allgemeine Politik vor der Tour mit Stirnrunzeln gelesen habe, kann ich mir jetzt mein eigenes Bild malen und es ist bunt und positiv.

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Aus den angenehm kühlen Bergen ging es relativ zügig durch kochendheiße Steppe bis nach Elista, der einzigen buddhistischen Gemeinde in Europa. Bei den Tempeln war auch immer ein Hauch von Tibet zu spüren.

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Das Wolga Delta am Kaspischen Meer wollte ich unbedingt sehen.


Ves hat sich natürlich direkt mit der örtlichen Straßenhunde Gang angefreundet. Wir sehen ja jeden Tag so viele Straßenhunde aber diesmal ist es mir wirklich schwer gefallen den kleinen Wolfgang nicht einzupacken.

Auf dem Weg lag dann noch die berühmt-berüchtigte Stadt Volgograd, aus den Geschichtsbüchern besser bekannt als Stalingrad.
Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt ein Symbol für die rote Armee und der Wendepunkt beim Russland Feldzug der deutschen.
Entsprechend ikonisiert wird die Stadt auch heute noch.

„Mother Russia“ ist über 70m hoch

Der Volga-Don Kanal

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Ves hat es leider doch erwischt. An einem sehr schönen Schlafplatz wurden wir heimtückisch von zwei Schäferhunden überfallen.
Ves hat einiges abbekommen und ich musste sogar mit ihm zum Tierarzt fahren.
Es gehört nicht unbedingt zu meiner Lieblingsbeschäftigung zwischen zwei scharfe Hunde zu springen.
Zum Glück ist ihm außer ein paar blutenden Bisswunden nichts passiert. Ich habe gar nichts abbekommen.
Auf den Röntgenbildern waren keine Knochenbrüche zu sehen und inzwischen geht es ihm schon wieder ganz gut. Bis das gesamte Fell wieder nachgewachsen ist wird aber noch etwas dauern.

erstmal gerettet

Es waren übrigens keine Straßenhunde aber den Besitzer hat die ganze Sache nicht sehr interessiert.

Noch etwas zerzaust aber wieder auf vier Beinen unterwegs

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Mein Visum läuft in drei Tagen aus und es ist wahrscheinlich nicht das Schlechteste mit einem kleinen Zeitpuffer an der Grenze anzukommen.

Vielleicht ist ja doch noch eine PKW Bescheinigung notwendig oder ein übermotivierter Grenzbeamte kommt auf die Idee dass im Hundepass ein Stempel fehlt.

Die jeweils örtliche Registrierung für Touristen wird eigentlich vom jeweiligen Hotel vorgenommen. Ich übernachte ja im Auto und habe mich deshalb nicht registrieren lassen.
Ich bin mal gespannt ob das Ärger gibt.

Den nächsten Blog gibt es dann aus dem neunt-größten Land der Erde.
Ihr könnt ja in der Zwischenzeit  die Plätze zwei bis acht nachschlagen. Der erste Platz sollte wohl bekannt sein.

Kilometerstand 7479

täglich frische Melonen

Straßenbeleuchtung russian style

so ein Dreckshund

Kaukasus

Die paar Tage Pause am Strand haben gut getan und ich bin mit neuer Energie zum nächsten Ziel aufgebrochen, dem Kaukasus.
Die Bergregion beheimatet u.A. den höchsten Berg Europas. Mt. Elbrus ist mit 5642m noch einmal 832 m höher als der Mont Blanc (der höchste Berg westeuropas).
Hier oben angekommen fiel das Thermometer dann auch ganz schnell unter 10’C und ich war, besonders am Mt. Elbrus, dann doch froh dass ich meine dicke Decke eingepackt habe.
Im Winter wird es hier übrigens -20’C kalt. Ein Erlebnis auf das ich dieses Mal gerne verzichten kann.

 

Am Gum-Bashi Pass waren die Wetterbedingungen so optimal dass ich zum zweiten Mal auf dieser Tour die Drohne ausgepackt habe.
Es waren wunderschöne Luftahmnahmen im Verfolger Modus hinter dem Reisemobil her. So klare Bilder aus über 200m Entfernung…

Plötzlich … rotes geblinke und wildes gepiepe auf der Fernbedienung.
„GPS Signal verloren. Flugobjekt landet.“ …

Nach einer Stunde suchen habe ich mich damit abgefunden dass ich das Kaukasus Gebirge ohne Drohne verlassen werde.

 

Mt. Elbrus selbst war bei meinem Besuch im Nebel versteckt, was einen Aufstieg bzw. eine Gondelfahrt recht sinnlos machte.
Da ich die plötzliche Klimaveränderung nur mit einem Halskratzen überstanden habe, gönnte ich mir einen Tag mit Tee und Keksen und sah amüsiert zu wie viele voll ausgestattete Bergsteiger meinem Beispiel folgten.

Nebenbei habe ich eine Packung Asperin für 8CENT!!! gekauft und dann müsste mir jetzt mal wirklich jemand erklären wie solche Preise zu Stande kommen.

Ein wenig hat es mich schon gereizt direkt über die Grenze zu hüpfen. Georgien ist für deutsche sogar visafrei.
Stattdessen werde ich mich jetzt aber wieder auf den Weg nach Norden begeben.
Mein Visum läuft in zehn Tagen aus und ich möchte es noch über den Ural in den asiatischen Teil Russlands schaffen bevor ich nach Kasachstan fahre.

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Dem Hund geht es natürlich gut aber ich habe kein Hundefutter mehr und bin jetzt u.A. auf frisches Fleisch umgestiegen. Wenn jemand da ein einfaches Rezept zum Selbermachen hat, gerne her damit. Ich habe Reis, Kartoffeln und allerlei Gemüse in der Küchenschublade.

Der Steinschlag den ich letzte Woche abbekommen habe hat sich inzwischen zu einem stattlichen Riss entwickelt. Ich schaue in Ruhe dabei zu wie er sich langsam über die ganze Frontscheibe zieht.

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Mein nächster Eintrag wird dann der letzte aus Russland sein. Freut euch drauf.

bis nach Russland

Inzwischen bin ich seit fast zwei Wochen unterwegs. Während ihr diesen Blogeintrag lest, denkt bitte daran dass ich mit frischer Melone am Strand von Meganom auf der Krim sitze aber dazu später mehr…

Nachdem ich im ersten Teil des Sommers dann doch mehr gearbeitet habe als ich eigentlich wollte und sich meine Abfahrt deshalb um ein paar Wochen verzögert hat, war es nun wirklich höchste Zeit die Sachen zu packen.

Ich hatte mich ja schon vor einigen Monaten um das Russland Visum gekümmert. Es schreibt einen festen Ein- bzw Ausreisetermin vor, 1.8. bzw. 30.8. .

Übernachtung an der Abhörstation Teufelsberg in Berlin

Die Formalitäten für Vesuvio habe ich bei einem Zwischenstopp bei Veterinäramt in Frankfurt/Oder geklärt obwohl ich mir eigentlich sicher war dass sich niemand für eine Reisebescheinigung für den kleinen Hund interessieren würde.

Die ersten Tage waren vor Allem vom Fahren geprägt. Ich wollte erst einmal raus aus der EU.
Der direkte Weg über Weißrussland nach Moskau scheiterte an den Visakosten. Ein Blitzvisum ein paar Tage vor der Abfahrt hätten mit 250€ zu Buche geschlagen und so habe ich mich für den Weg über die Ukraine entschieden und dafür die russische Hauptstadt diesmal nicht zu besuchen.

Die Einreise von Polen in die Ukraine war, abgesehen von einer ewig langen Warteschlange an der Grenze relativ einfach. Reisepass und Fahrzeugpapiere genügen und natürlich hat sich niemand für die Hundepass interessiert.

Wann sind wir da?

Die erste Aufregung gab es dann in Tschernobyl, dem Atomkraftwerk das 1986 durch eine Explosion stark beschädigt wurde. Damals wurde eine Atomare Verseuchung von halb Europa befürchtet.

Was die Wenigsten wissen, die „unbeschädigten“ Reaktoren blieben noch bis zum Jahr 2000 am Netz, bis sie durch europäische Bestrebungen endgültig abgeschaltet wurden.

Das Kraftwerk ist heute ein Mahnmal und ein Museum des Schreckens. Ein Ticket für eine offizielle Besichtigungstour kostet 80€ und ist keinesfalls direkt am Eingang sondern lediglich in Kiew zu bekommen.

Da die Schranke für mich also verschlossen blieb sah ich die erste Möglichkeit einmal meine Drohne in Aktion zu sehen. Auf einem Feldweg einige hundert Meter entfernt entschwand sie in die Lüfte und landete nach zwei Minuten neben dem herbeigeeilten Polizeiwagen.
Als dummer Tourist beließen es die voll ausgestatteten Beamten bei einer Verwarnung, auch wenn ich eigentlich fest damit gerechnet hatte dass sie die Drohne direkt einmal behalten.

Bei der Landung der Drohne wartet bereits eine zivile Polizeieinheit.

Nach dieser Begegnung hatte ich kein großes Verlangen danach am nächsten Tag in Kiew auf eine Tschernobyl Tour zu springen, außerdem hätte der Hund nicht mit gedurft was bei über 50’C im Auto nicht sehr lange gut gegangen wäre.

Die Einreise nach Russland hat dann doch etwas länger gedauert als erwartet und natürlich ist der Hund wieder ohne ein Kommentar eingereist.
Vielmehr durfte er sich im Zollbereich frei bewegen.

Während meines Aufenthaltes im Zollbereich wurden mehrere LKWs mit Früchten kontrolliert und jeweils eine Kiste zur „Qualitätssicherung“ ins Büro gebracht was sehr bald dazu führte dass sowohl das Büro als auch mein Rucksack voller Äpfel war und jeder Anwesende laut schmatzend an einem roten Apfel knabberte. Schon irgendwie seltsam.
Meine Milka Schokolade wollte niemand „sichern“, auch wenn ich sie noch extra für diesen Zweck gekauft hatte.

Autofahren ist Russland ist eigentlich ganz einfach, solange sich jeder an die geltenden Regeln hält. Leider tut es aber niemand und das macht die Sache etwas kompliziert.
Die meisten Überlandstraßen sind fast frei von Schlaglöchern. In den Dörfern ist es eher das Gegenteil. Es ist immer damit zu rechnen dass eine Wiese oder ein Schotterweg am Rande der Fahrbahn plötzlich zur Überholspur wird.

Mit Englisch habe ich hier wenig Chancen, das wird sich auch in nächster Zeit auf meiner Route nicht ändern, aber mal wieder helfen Hände und Füße bei der allgemeinen Verständigung.

Auf dem Weg nach Sochi und zum Schwarzen Meer habe ich mir dann doch eins nicht nehmen lassen. Einen Besuch auf der Krim.

Die Krim ist traditionell ein Urlaubs Hotspot der Russen. Nach der Anektion der Krim 2014 hat Putin ganz schnell eine neue, vierspurige Brücke bauen lassen und damit die alten Fährverbindungen abgelöst.

Nebenan entsteht eine über 20km lange Eisenbahnbrücke. Es scheint nicht so dass Russland vor hat die Krim bald wieder zurück zu geben. Die neue „Grenze“ wird international nicht anerkannt und somit ist jeder Reisende, also auch ich, der von der russischen Seite die Krim besucht, ein illegaler Einwanderer in die Ukraine. Etwas verwirrend.
Es ist ein seltsames Gefühl zu wissen dass ich eigentlich irgendwie illegal hier bin aber von russischer Seite auch irgendwie nicht.

Die Halbinsel ist voll von russischen Urlaubern und ich gönne mir ein paar Tage Pause mit Camping am Strand.

Als nächstes geht die Tour weiter an der Schwarzmeerküste entlang Richtung Kaukasus Gebirge.

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Roadtrip 2018

Es ist wieder soweit, es geht wieder auf die Straße. Anfang August werde ich mich mit meinem neuen Gefährt auf den Weg machen.

Der aufmerksame Leser der sozialen Medienplattformen wird sich dran erinnern dass ich mein langjähriges und treues Corsa-Mobil abgeben musste.

Für alle anderen nochmal, im Mai habe ich den Corsa kurz nach der 300.000km Feier mit Motor (und allem anderen Schaden) als Feuerwehrauto nach Aserbaidschan verkauft. Er wird sicher noch einiges Gutes tun.

Mein Neuer stand schon abholbereit an der Straße. Für 400€ konnte ich nicht nein sagen und habe über die kleinen Fehler großzügig hinweg gesehen.

Hier eine kurze Auflistung:

-Opel Combo, Benziner, 87PS (fühlt sich aber eher an wie 27PS)

– Der Motor verbrennt Öl und Wasser.

– Die Motorkontrolleuchte leuchtet permanent gelb, was Punkt 1 auslösen könnte.

– Die Motortemperaturanzeige springt unzuverlässig zwischen 80’C und 100’C.

– Das alles könnte Gründe sein warum der Wagen nicht schneller als 120km/h fährt bzw. bei 3500U/min abriegelt. 

  • Falls ich einen schlauen Autoschrauber unter meinen Lesern habe bin ich für jeden Tipp dankbar.

– Durch eine schlecht eingestellte Spur sind die Vorderreifen ungleichmäßig abgefahren und z.T. ohne Profil.

– Es gibt kein Checkheft aber für Ölwechsel und Zahnriemen habe ich im Moment keine Zeit (und auch wenig Lust).

– Der Wagen ist knapp 130.000km gelaufen.

Bei all den Mängeln hat das Auto noch TÜV bis Januar 2019 UND, und das ist eigentlich der wichtige Punkt … deutscher TÜV gilt nur in Deutschland. So lange der Wagen also im Ausland bleibt ist alles wunderbar.

Der ADAC sagt dazu:
„Sollte Ihre TÜV-Plakette abgelaufen sein, darf dies nicht durch ausländische Behörden beanstandet werden. Ihr Versicherungsschutz bleibt weiterhin bestehen, sofern Ihr Kfz verkehrssicher ist.“

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Ich habe mir mal ein Wochenende Zeit genommen und habe hinter die vorderen Sitze ein Bett und Staufächer eingebaut.

Die hinteren Fenster habe ich professionell mit grüner Folie aus dem Baumarkt abgeklebt. 

Alles in allem ist es also das perfekte Expeditionsmobil.